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Zur Rolle der chinesischen Entwicklungsbanken beim Bau der Neuen Seidenstraße

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 3 / 2020, S. 79-97

Dirk Linowski, Andrew D. Johansson, Haifeng Zendeh Zartoshti

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Abstract

Die Involviertheit einer der beiden großen international tätigen chinesischen Entwicklungsbanken Exim und China Development Bank in ein bilaterales Memorandum of Understanding (MoU) sowie in spezifische Belt and Road Initiative (BRI)-Projekte stellt primär ein qualitatives Signal nach innen für chinesische Großunternehmen, Banken, kleinere Unternehmen sowie Privatpersonen dar. Dieses signalisiert, dass der chinesische Staat hinter einem Engagement in einem BRI-Partnerstaat steht. Chinesische Akteure im Ausland sind mehr Projektausführende als Direktinvestoren, sie akzeptieren höhere Cluster-Risiken und sie engagieren sich geografisch zumeist dort, wo der Westen nicht oder nur geringfügig präsent ist. Effizienzbetrachtungen gewinnen mit zunehmendem Fortgang des Megaprojektes BRI zwar an Bedeutung, sind aber nicht dominant. Die Reduktion der Auslandinvestitionen Chinas im ersten Halbjahr 2019 sollte nicht als Rückzug Chinas interpretiert werden, sondern als „Luftholen“, um chinesische Ressourcen im Ausland in Zukunft effizienter und passgenauer einzusetzen. Während sich die Literatur zu (möglichen) ökonomischen und politischen Konsequenzen der BRI wie zu technischen Fragen der Realisierung als sehr umfangreich darstellt, findet man wenig Substanzielles zur Finanzierung von BRI-Projekten. Wir verfolgen hier nicht das Ziel, diese Lücke zu schließen, dafür aber, sie besser zu verstehen.

The involvement of one of the two major Chinese development banks, Exim and China Development Bank, in a bilateral MoU or in a BRI-project primarily sends a qualitative signal to Chinese companies as to individuals that the Chinese state is behind an engagement in a BRI partner country. Chinese actors are more ‘project undertakers’ than ‘direct investors’; they accept higher cluster risks and they usually seek to avoid direct confrontations with the West. Efficiency considerations become more important without becoming dominant. The reduction in China’s foreign investment in the first half of 2019 should be interpreted as a “breather” in order to use Chinese liquidity abroad more efficiently in the future. While the literature on (possible) economic and political consequences of the BRI as well as on questions of technical implementation is very extensive, there is little substantive information how BRI projects are financed. Our aim here is not to close this gap but to better understand it.



JEL-Classification: F21;G2;O19
Keywords: Belt and Road Initiative, Chinesische Entwicklungsbanken, Folgen der Ein-Kind-Politik, Foreign Direct Investments vs. Project Financing, Konfuzius-Institute
DOI:
https://doi.org/10.3790/vjh.89.3.79

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