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Deutsche Wirtschaft gut ausgelastet – Wirtschaftspolitik neu ausrichten: Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2016

DIW Wochenbericht 40 / 2016, S. 895-971

Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose

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Abstract

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem moderaten Aufschwung. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,9 Prozent und im kommenden Jahr um 1,4 Prozent zulegen. Im Jahr 2018 dürfte die Expansionsrate bei 1,6 Prozent liegen. Die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten sind damit im Prognosezeitraum etwas stärker ausgelastet als im langjährigen Mittel. Dennoch sind es derzeit weniger die Unternehmensinvestitionen, die den Aufschwung tragen: Von der Weltkonjunktur gehen nur geringe stimulierende Effekte aus, so dass die Exporte nur moderat steigen; zudem dürften sich in den außerordentlich niedrigen Kapitalmarktzinsen nicht nur die derzeitige Geldpolitik, sondern auch niedrige Wachstumserwartungen widerspiegeln. All dies hemmt die Ausrüstungsinvestitionen. So ist es weiterhin in erster Linie der Konsum, der den Aufschwung trägt. Der private Verbrauch profitiert dabei insbesondere vom anhaltenden Beschäftigungsaufbau, beim öffentlichen Konsum machen sich weiterhin die hohen Aufwendungen zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen bemerkbar. Der Wohnungsbau wird durch die niedrigen Zinsen angeregt.

The German economy is experiencing a moderate recovery: the GDP is expected to grow by 1.9 percent this year, 1.4 percent next year, and 1.6 percent in 2018. Over the course of the forecast period, capacity utilization will be somewhat higher than the long-term average. Nevertheless, corporate investment's contribution to the current upswing is minimal: the global economy is generating only minor stimulating effects, which means that exports are only increasing moderately; as well, the extremely low interest rates on the capital market are likely to reflect not only the current monetary policy, but also the low growth expectations. All of these factors are inhibiting equipment investment, and thus consumption continues to be the main growth driver. Private consumption is benefiting from the sustained increase in employment; the high expenditure for housing and integrating the refugees is still havinga strong impact on public spending. Residential construction is getting a boost from the low interest rates.

Themen: Konjunktur



JEL-Classification: E32;E66;F01
Keywords: Business cycle forecast, economic outlook
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/146993

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