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Kalte Progression

Kalte Progression

Bei einer progressiven Steuer nimmt die Steuerbelastung bezogen auf die Bemessungsgrundlage zu, wenn die Bemessungsgrundlage steigt. Ausgeprägt ist diese Progression bei der Einkommensteuer, die einen steilen Anstieg der Grenzsteuersätze im unteren und mittleren Einkommensbereich vorsieht, der bei steigenden Einkommen zu spürbar steigenden Durchschnittsteuersätzen führt. Dadurch nehmen die Steuerbelastungen stärker zu als die zugrundeliegenden Einkommen.

Gegenwärtig (2022) macht dieser Effekt gesamtwirtschaftlich 2 Milliarden Euro zusätzliches Einkommensteueraufkommen aus je Prozentpunkt Einkommenswachstum.

Kalte Progression meint den Progressionseffekt bei Einkommenszuwächsen, die lediglich die Inflation ausgleichen. Dann steigen die Einkommensteuerbelastung und das Steueraufkommen, obwohl sich das Realeinkommen nicht verändert oder sogar zurück geht. Dazu wird regelmäßig der Einkommensteuertarif um die Inflation angepasst, so dass die reale Steuerbelastung konstant bleibt.

Wenn die Zuwächse beim Einkommen geringer sind als die Inflation, führt eine Korrektur des Einkommensteuertarifs um die Inflation zu sinkenden realen Steuerbelastungen und damit zu einem sinkenden realen Steueraufkommen.

© DIW Berlin

Das DIW Glossar

Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

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